• KOMPASS

    Kompetent und orientiert: Arbeit und Leben zusammen sehen. Ein Projekt zur Frauenförderung im Emsland.

Was ist das Projekt Kompass?

Das Projekt „Kompass – Kompetent und orientiert: Arbeit und Leben zusammen sehen“ hat zum Ziel, ALG-II-beziehende Frauen, die als Minijobberinnen tätig sind, in sozialversicherungspflichtige und existenzsichernde Beschäftigung zu vermitteln. Das begleitende Coaching umfasst alle Aktivitäten, die auf die dauerhafte Integration erwerbsfähiger Leistungsempfänger gerichtet sind und orientiert sich inhaltlich an erfolgreiche Projekte, die bereits abgeschlossen wurden. Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus diesen Projekten fließen inhaltlich, ggf. angepasst, in das Projekt ein.

Was will das Projekt erreichen?

Es ist geplant, bei den vorhandenen Minijobs der Frauen anzusetzen und zu versuchen, diese in sozialversicherungspflichtige und existenzsichernde Tätigkeiten auszuweiten. Da dies aber vermutlich nur in einem geringen Teil der Fälle gelingen wird, ist die Notwendigkeit der beruflichen Um-, Neu- oder Rückorientierung gegeben. Dabei ist das Ziel, das Berufespektrum vor allem der jüngeren Frauen zu erweitern. Aufgrund des großen Fachkräftemangels in den Branchen Lager/Logistik und Metall werden besonders diese zwei Branchen durch ein Berufemarketing beworben. Durch die Ausweitung der Minijobs zu sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung trägt das Projekt direkt dazu bei, Frauen in existenzsichernde Erwerbstätigkeit zu integrieren. Durch das Berufemarketing und die Vermittlung von Frauen in geschlechtsuntypische Berufe leistet das Projekt zudem einen konkreten Beitrag zum Abbau von Geschlechterstereotypen am Arbeitsmarkt. Der Zugang von Frauen zur Beschäftigung wird also konkret verbessert. Dabei ist das Interesse der Wirtschaft an den Arbeitskräften eine wichtige Grundlage des Projektes. Die Unternehmen stellen Arbeitsplätze zur Verfügung, für die Personal, gerne auch Frauen, gesucht werden.

Hintergrund

Die Situation dieser Frauen ist durch vielfältige Faktoren und Anforderungen gekennzeichnet.
Alle Menschen können mehr als sie glauben! Viele Fähigkeiten und Kenntnisse zeigen sich in alltäglichen Dingen. Daneben gibt es Interessen, Leidenschaften, Themen und Erfahrungswissen, die selten bewusst als „persönliche Schätze“ wahrgenommen werden. Demgegenüber fällt es viel leichter, Negatives über sich selbst im Gedächtnis zu behalten. Dabei ist es doch so: Was eine Person an sich selbst gut findet, was diese Person wirklich gern tut und für welche Themen sie sich in erster Linie interessiert, das wird diese Person gern einsetzen, wenn es um die Bewältigung beruflicher Aufgaben geht.

Im Projekt Kompass helfen die anderen Gruppenmitglieder und die Coaches der BTZ des Handwerks GmbH dabei, diese Schätze zu heben und daraufhin eine Standortbestimmung vorzunehmen. „Wo bin ich? Und wo will ich hin?“ Das sind zentrale Fragestellungen dabei. Daraus erarbeiten die Teilnehmerinnen Handlungsalternativen und neue Perspektiven. Sie entwickeln eigene Zielvorstellungen und entdecken neue Umsetzungsmöglichkeiten.

Die Förderung der Motivation und die Aktivierung der Teilnehmerinnen, sich um einen sozialversicherungspflichtigen und existenzsichernden Job zu bemühen, steht im Vordergrund des Themenblocks Selbstvermittlungscoaching (SVC). Der Begriff beschreibt eine Methode, die die Frauen unterstützt und befähigt, eine sozialversicherungspflichtige Arbeit zu finden, die ihren persönlichen Interessen und Fähigkeiten entspricht und die sie gerne machen.
SVC geht von den individuellen Wünschen und Zielen der Teilnehmerinnen aus und gibt ihnen die Möglichkeit, ihre persönlichen Ressourcen und Fähigkeiten, die sie selbst nicht oder nicht mehr wahrnehmen, neu zu entdecken. Im SVC-Kurs werden das Selbstvertrauen und die Kommunikationsfähigkeit der Teilnehmerinnen gestärkt. Die Teilnehmerinnen lernen, ein Netzwerk aus persönlichen Kontakten zu knüpfen, das es ermöglicht, einen vorher selbst gewünschten Arbeitsplatz durch persönliche Gespräche zu finden (Nutzung des "verdeckten Arbeitsmarktes"). Aber auch wer sich „konventionell“ bewirbt, bekommt Unterstützung durch den Selbstvermittlungscoach (SVCoach) und die Gruppe und lernt, ihre Interessen und Fähigkeiten zu betonen. Das SVC unterstützt die Teilnehmerinnen dabei, ihre gesamte berufliche und persönliche Situation mit möglichen Grenzen und inneren Hemmnissen ernst zu nehmen und individuelle Lösungswege für die Bearbeitung ihrer persönlichen „Stolpersteine“ auf dem Weg zum Wunscharbeitsplatz zu finden.

Ablauf des Projektes

Die Maßnahme beginnt am 11.01.2016 und endet am 31.12.2016. Es werden 2 Durchgänge á 24 Wochen durchgeführt. Eine Begleitung jeder einzelnen Teilnehmerin ist mit maximal 6 UE wöchentlich vorgesehen.

Mindestens 15 bis 20 Frauen nehmen pro Durchgang teil (z. B. vormittags acht Frauen und am Nachmittag sieben Frauen).

1. Durchgang
11.01. bis 01.07.2016

Gruppencoaching vom 11.01. bis 15.01.2016.
Einzelcoaching zusätzlich vom 11.01. bis 01.07.2016.

Während des laufenden Durchganges 24 Wochen

  • Berufs- und Bewerbungscoaching
  • Stellenakquise
  • Matching Betrieb – Teilnehmerin
  • Begleitung zum Vorstellungsgespräch
  • etc.

Nach dem ersten Durchgang im Juli/August sechs Wochen Nachbetreuung
Praktikumsbetreuung der Frauen

  • Stabilisierung im Betrieb
  • Betriebscoaching
  • Weitere Arbeit an Veränderungsprozessen
  • Selbstvermittlungscoaching (SVC)

 

2. Durchgang
04.07. bis 31.12.2016

Gruppencoaching.
Einzelcoaching zusätzlich.

Während des laufenden Durchganges 24 Wochen

  • Berufs- und Bewerbungscoaching
  • Stellenakquise
  • Matching Betrieb – Teilnehmerin
  • Begleitung zum Vorstellungsgespräch
  • Selbstvermittlungscoaching (SVC)

Durchführungsort

Das Projekt Kompass wird von der BTZ des Handwerks GmbH zentral und gut erreichbar vor Ort in Esterwegen durchgeführt:

BTZ des Handwerks
Projekt Kompass
c/o Max-Kolbe-Haus
Waldstr. 21
26897 Esterwegen

Tel.: 05955 - 9357969
Fax: 05955 - 9359670