• Berufsorientierung für Flüchtlinge (BOF)

Berufsorientierung für Flüchtlinge (BOF)

Junge, nicht mehr schulpflichtige Flüchtlinge (bis zu einer Altersgrenze von 25 Jahren), sollen in einem mehrstufigen Verfahren nach dem Integrationskurs und einer allgemeinen Berufsorientierung in die Maßnahme BOF einmünden, um für eine betriebliche Ausbildung im Handwerk fit gemacht zu werden.
Während der gesamten Maßnahme werden sie fachsprachlich qualifiziert und von einem Projektbegleiter individuell unterstützt. BOF gliedert sich in Werkstatttage, welche in Lehrwerkstätten in geschütztem Raum stattfinden, und eine anschließende Betriebsphase.

Werkstatttage zur vertieften Berufsorientierung

Die Werkstatttage finden in den Werkstätten des BTZ statt. Dort erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich intensiv mit ein bis drei Berufen zu beschäftigen, in denen sie sich eine Ausbildung vorstellen können. Neun Wochen lang testen sie in Vollzeit aus, ob die ausgewählten Berufe tatsächlich ihrer persönlichen Eignung und Neigung entsprechen.
Während der Werkstatttage erfahren sie außerdem mehr zu Aufbau und Inhalten der dualen Ausbildung in den gewählten Berufen und werden auf die Anforderungen der Berufsschule vorbereitet.

Betriebsphase zur Erprobung des Wunschberufs

Auf der Grundlange ihrer Erfahrungen während der Werkstatttage entscheiden sich die Teilnehmenden für einen Ausbildungsberuf, den sie während der Betriebsphase in einem Handwerksunternehmen weiter austesten. Hier wenden sie, vier Wochen lang in Vollzeit, die zuvor erworbenen Kompetenzen in der betrieblichen Praxis an. Sie erleben Arbeitsabläufe hautnah und lernen den Betrieb kennen. Umgekehrt lernt der Betrieb potenzielle Auszubildende kennen.

Projektbegleitung während der gesamten Maßnahme

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer profitieren von einer intensiven, individuell auf sie zugeschnittenen Begleitung. Von der Projektbegleitung erhalten sie regelmäßige mündliche Feedbacks und schriftliche Dokumentationen zu ihren Lernfortschritten. Die Projektbegleitung sorgt auch für die Vermittlung der Teilnehmenden in eine Ausbildung oder gegebenenfalls in eine weiterführende Maßnahme.
Im Anschluss an BOF sollen die Teilnehmenden direkt an einen Ausbildungsbetrieb vermittelt werden. Ist ein direkter Übergang in eine Ausbildung nicht möglich, können sie in einer weiterführenden Maßnahme (z.B. in einer Einstiegsqualifizierung oder einem betrieblichen Orientierungspraktikum) bis zum Beginn der Ausbildung weiter qualifiziert werden.

Vermittlung berufsbezogener Sprachkenntnisse

Während der Werkstatttage erhalten die Teilnehmenden berufsbezogenen Sprachunterricht. In der anschließenden Betriebsphase werden die Sprachkenntnisse im Arbeitsprozess weiter vertieft.

„Wege in Ausbildung für Flüchtlinge“

BOF ist Teil der gemeinsamen Qualifizierungsinitiative „Wege in Ausbildung für Flüchtlinge“ des BMBF, der Bundesagentur für Arbeit (BA) und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Bis zu 10.000 junge Flüchtlinge sollen eine Chance auf eine Ausbildung im Handwerk erhalten.

Projektförderung

Die BOF-Förderrichtlinie des BMBF ist am 20. April 2016 in Kraft getreten. Sie gilt bis zum Ablauf des 31. Dezember 2018.